Im August 2026 haben sechs Trainer mit Fluchterfahrung bei FFWU & Borussia Mönchengladbach eine fünftägige Ausbildung durchlaufen – um im Anschluss gemeinsam mit BMG-Trainern ein dreitägiges Feriencamp für 84 Kinder zu leiten.
Ein neues Pilotprojekt mit Borussia Mönchengladbach
„Together Through Football – Feriencamp für neue Perspektiven“ ist ein gemeinsames Pilotprojekt von FFWU und Borussia Mönchengladbach, gefördert mit 7.500 Euro von der DFL Stiftung. Fußball-Ferien-Camps gibt es viele. Selten bringen sie aber gezielt Menschen mit ganz unterschiedlichen sozialen und kulturellen Hintergründen zusammen. Genau das wollte dieses Projekt ausprobieren.
Die Ausbildung: Sharing Goals für Trainer mit Fluchterfahrung
Bevor es aufs Feld ging, durchliefen die Trainer mit Fluchterfahrung eine fünftägige Ausbildung nach FFWUs Sharing-Goals-Methodik. Dabei geht es nicht nur um Fußballtechnik. Genauso wichtig sind pädagogische, sprachliche und organisatorische Grundlagen für die Arbeit mit Kindern. Geplant waren zehn Teilnehmer:innen. Tatsächlich haben sechs den Kurs abgeschlossen – zwei erfahrene FFWU-Trainer sind eingesprungen, damit das Team im Camp vollständig war.

“Man sieht, wie begeistert und ehrgeizig die Kinder sind, wie sie zu dir als Trainer aufschauen. Das gibt einem selbst auch Selbstvertrauen.”
— Trainer, Together Through Football 2026Das Feriencamp: Tandems aus BMG- und neuen Trainern
Im Camp übernahmen die frisch ausgebildeten Trainer gemeinsam mit vier Trainern der Fohlen-Akademie feste Tandems. Insgesamt nahmen 84 Kinder teil: 50 Plätze waren für Kinder mit Flucht- oder Migrationserfahrung reserviert und komplett kostenfrei, 34 weitere Plätze gingen an regulär angemeldete Kinder aus dem bestehenden BMG-Camp-Angebot. Ein Highlight für alle war der gemeinsame Besuch im Borussia-Park.

“Das Camp war cool, aber auch ein bisschen schwer. Über 60 bis 80 Kinder zu betreuen ist nicht einfach – aber ich habe dabei viele verschiedene Charaktere kennengelernt.”
— Trainer, Together Through Football 2026Ein besonderer Moment: zum ersten Mal allein Coach
Für viele der Trainer war es das erste Mal, dass sie eine Einheit ganz eigenständig geleitet haben. Vorher waren die meisten selbst eher Mitspieler als Anleiter.

“Ich habe früher nie allein als Coach gearbeitet, ich war immer eher Mitspieler. Heute war ein besonderer Tag: Ich habe die Kinder ganz allein angeleitet.”
— Trainer, Together Through Football 2026Andere Trainer berichteten, wie viel sie im Kurs an neuer Fußballsprache und neuen Übungen gelernt haben.
Was das Camp für die Kinder bedeutet hat
Für die teilnehmenden Kinder war schon der Zugang zu diesem Camp etwas Besonderes: Sie durften ins Stadion einlaufen und auf den echten Trainingsplätzen der Fohlen-Akademie trainieren – eine Erfahrung, die sonst nur wenigen offensteht.

“Das Camp war für meine Kinder eine sehr schöne und bereichernde Erfahrung. Besonders das große Engagement, die tolle Betreuung und die abwechslungsreichen Aktivitäten haben uns sehr überzeugt. Wir sind rundum zufrieden und würden das Camp jederzeit weiterempfehlen.”
— Ahmed, Vater eines Camp-TeilnehmersDer Kinderschutz hatte während des gesamten Projekts wie immer hohe Priorität – erweiterte Führungszeugnisse für alle Trainer mit Kinderkontakt und FFWUs öffentlich einsehbares Kinderschutzkonzept waren feste Bestandteile des Projektes.
Ehrliche Learnings
Nicht alles lief nach Plan. Statt der geplanten zehn Trainer mit Fluchterfahrung konnten sich am Ende sechs für den vollen Ausbildungs- und Camp-Zeitraum committen. Die Ansprache und Kommunikation des kostenlosen Camp-Angebots an Familien mit Flucht- oder Migrationserfahrung waren über die üblichen Social-Media-Kanäle nur eingeschränkt möglich. Essenziell war daher die Zusammenarbeit mit lokalen Integrations- und Sozialorganisationen – das ist allerdings aufwändig und braucht viel Vorlauf. Die Vermarktung und Kommunikation des Camps startete relativ spät, wodurch am Ende nicht alle der 100 Camp-Plätze gefüllt werden konnten. Auch hier ist für künftige Ausgaben ein größerer zeitlicher Vorlauf wichtig.
Wie es weitergeht
Trotz der Startschwierigkeiten war die Resonanz positiv. Alle sechs Trainer bewerteten die Unterstützung durch den Kurs als „sehr stark“, und die Camp-Teilnehmenden vergaben eine Gesamtbewertung von 89,6 %. FFWU und Borussia Mönchengladbach sind an einer Wiederholung im kommenden Jahr interessiert. Erste Gespräche laufen bereits, das Modell auch auf weitere Regionen und Vereine auszuweiten.
Impressionen
„Together Through Football“ ist ein Pilotprojekt von Football For Worldwide Unity e.V. (FFWU) in Partnerschaft mit Borussia Mönchengladbach, gefördert von der DFL Stiftung. Weitere Informationen oder Unterstützung für das Programm gibt es unter www.ffwu.org/support.






