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UNSER SAFEGUARDING-PLAYBOOK

Sport kann ein starkes Werkzeug in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen sein. Richtig eingesetzt fördert er körperliche, mentale und soziale Gesundheit, vermittelt wichtige Werte und Kompetenzen, stärkt Gemeinschaften und schafft sichere Räume zum Spielen, Lernen und Spaßhaben.

Aber Sport und Sportprogramme sind Teil unserer Gesellschaft – inklusive potenziell schädlicher Einstellungen oder Handlungen gegenüber Kindern und Jugendlichen. Wir wissen, dass es im Sportumfeld besonders schwer sein kann, einen Vorfall anzusprechen, weil Trainer:innen und Spieler:innen enge Beziehungen haben, Teams starken Zusammenhalt zeigen und ein großes Zugehörigkeitsgefühl besteht.

FFWU verpflichtet sich, alle Beteiligten vor emotionalem und körperlichem Schaden (inkl. falscher Anschuldigungen) zu schützen und ihr Wohlbefinden zu stärken. Unser Safeguarding-Playbook soll sicherstellen, dass alle Personen, die mit FFWU arbeiten – insbesondere Kinder und gefährdete Erwachsene – vor Missbrauch, Vernachlässigung, Schaden und Ausbeutung geschützt werden.

Wir möchten, dass jedes Kind – egal aus welchem Hintergrund – sich in unseren Programmen sicher fühlt. Wir möchten, dass sie jede Aktion auf dem Spielfeld in einer sicheren, einladenden Umgebung genießen und auch vor Herausforderungen außerhalb des Spielfeldes geschützt sind. Uns ist bewusst, dass einige Teilnehmende aufgrund besonderer Bedürfnisse zusätzlichen Schutz brauchen.

Diese Richtlinie gilt für alle Mitarbeitenden, Ehrenamtlichen, Auftragnehmenden, Trainer:innen, Partner, Teilnehmenden und alle weiteren Personen, die an FFWU-Aktivitäten beteiligt sind. Verstöße werden unverzüglich behandelt und können bis zum Ausschluss führen.

Mit unserem Safeguarding-Playbook möchten wir außerdem Partner, Teilnehmende und Eltern darüber informieren, was wir tun, um Kinder zu schützen, wie wir positive Gemeinschaftsnormen fördern und wie wir eine Kultur schaffen, die das Wohl der Kinder immer an erste Stelle setzt. Wir hoffen, dass unser Playbook auch ein Beispiel für andere Organisationen ist.

Regelmäßige Überprüfungen und Updates halten das Playbook wirksam und aktuell.

DEFINITIONEN

  • Safeguarding: Bezeichnet proaktive Maßnahmen zum Schutz von Personen – insbesondere gefährdeter Gruppen wie Kinder, ältere Menschen, LGBTQI-Personen, indigene Gruppen und Menschen mit Behinderungen – vor Schaden, Missbrauch, Vernachlässigung und Ausbeutung.
  • Missbrauch: Jede Handlung oder jedes Verhalten, das einer Person Schaden, Leid oder Verletzung zufügt – körperlich, emotional, sexuell oder finanziell.
  • Vernachlässigung: Wenn notwendige Fürsorge, Unterstützung oder Schutz unterlassen wird und Grundbedürfnisse wie Nahrung, Unterkunft oder medizinische Versorgung nicht erfüllt werden.
  • Ausbeutung: Wenn jemand eine andere Person oder Gruppe für den eigenen Vorteil ausnutzt – durch Machtmissbrauch, Zwang oder Manipulation.

GRUNDPRINZIPIEN

Als Teil unseres Safeguarding-Playbooks werden wir:

  • Die Sicherheit und das Wohlbefinden von Kindern und Jugendlichen priorisieren – egal ob sie Teil unserer Organisation sind oder nicht.
  • Kinder ernst nehmen, ihnen zuhören und sie respektieren.
  • Robuste Safeguarding-Strukturen sicherstellen.
  • Best Practices durch Richtlinien, Verfahren und Verhaltenskodizes anwenden.
  • Sicherstellen, dass jede Person ihre Rollen kennt und die nötigen Schulungen erhält.
  • Mitarbeitende und Ehrenamtliche gut begleiten, schulen und unterstützen.
  • Bei jedem Vorfall – klein oder groß – angemessen handeln und Betroffene unterstützen.
  • Sicherstellen, dass vertrauliche, detaillierte Vorfall-Dokumentationen sicher gespeichert werden.
  • Daten gemäß Datenschutzrichtlinien schützen.
  • Geeignete Mitarbeitende und Ehrenamtliche sorgfältig auswählen.
  • Safeguarding-Beauftragte sowie eine Vertretung und ein Vorstandsmitglied benennen.
  • Eine wirksame Online-Sicherheitsrichtlinie umsetzen.
  • Kinder und Eltern über Safeguarding informieren – über Materialien, Gespräche und Workshops.

ROLLEN UND VERANTWORTLICHKEITEN

  • Vorstand: Stellt sicher, dass wir gesetzliche und ethische Safeguarding-Standards erfüllen.
  • Designated Safeguarding Officer (DSO): Implementiert die Richtlinien und bearbeitet Vorfälle.
  • Alle Mitarbeitenden und Ehrenamtlichen: Folgen dem Playbook, melden Vorfälle und nehmen an Schulungen teil.

PRÄVENTION

  • Rekrutierung: Sichere Auswahlverfahren und Hintergrundchecks.
  • Training: Safeguarding-Schulungen für neue Leute sowie regelmäßige Auffrischungen.
  • Bewusstsein: Verbreitung von Safeguarding-Wissen in Meetings und Kommunikation.

MELDEVERFAHREN

  • Unmittelbare Maßnahmen: Wenn jemand in unmittelbarer Gefahr ist: Notruf wählen.
  • Interne Meldung:
    • Direkte Vorgesetzte oder Trainer:innen: Sie behandeln Vorfälle vertraulich und leiten Maßnahmen ein.
    • Kontakt zum DSO – auf Wunsch anonym:
      • Name: Florian Merker
      • Email: florian@ffwu.org
      • Telefon: +49 155 66140182
      • Online-Formular (anonym möglich): https://ffwu.org/concern/
    • Meldung an den Vorstand (optional anonym): concern@ffwu.org
  • Externe Meldung: Der DSO entscheidet, ob Behörden oder Polizei eingeschaltet werden müssen.

REAKTIONSVERFAHREN

  • Untersuchung: Der DSO führt eine vertrauliche und faire interne Untersuchung durch.
  • Unterstützung: Betroffene erhalten passende Unterstützung, z. B. Beratung.
  • Maßnahmen: Konsequente Schritte gegen Täter:innen, ggf. Disziplinarmaßnahmen oder Kündigung.

RECHTLICHE RAHMENBEDINGUNGEN

Wir richten unser Safeguarding-Playbook an gesetzlichen Vorgaben, staatlichen Richtlinien und Best Practices aus – darunter:

  • Kinder- und Jugendhilfegesetz (KJHG)
  • Gewaltschutzgesetz (GewSchG)
  • Bundeskinderschutzgesetz (BKiSchG)
  • Erwachsenenschutzgesetz (BschG)
  • Bundesdatenschutzgesetz (BDSG)
  • Sozialgesetzbuch VIII (SGB VIII)