In Massinga, in der mosambikanischen Provinz Inhambane, verbrachten 24 Fußballtrainer eine Woche zusammen. Sie gingen dabei bewusst über Taktik und Übungen hinaus. Denn sie lernten, wie sie mit Fußball auch etwas in ihren Communitys bewegen können.
Der Kurs wurde gemeinsam mit unserem langjährigen lokalen Partner Futebol dá Força (FDF) durchgeführt. Es ist bereits die zweite gemeinsame Ausgabe dieses Kurses, nach einem ersten Durchlauf 2025 in Xai-Xai. Im Mittelpunkt stand dabei FFWUs Sharing-Goals-Programm für soziale Kompetenzen. Es unterstützt Trainer:innen darin, soziales und emotionales Lernen in ihr tägliches Training einzubauen. Außerdem hilft es ihnen dabei, sich selbst nicht nur als Trainer:innen zu sehen, sondern auch als Vorbilder und Führungspersönlichkeiten in ihrer Community.
Eine Partnerschaft, die über ein Jahrzehnt gewachsen ist
FFWU und Futebol dá Força arbeiten schon seit 2013 zusammen. Damals führten beide Organisationen ihre erste gemeinsame Trainerausbildung in Maputo durch. Seitdem hat die Zusammenarbeit viele Formen angenommen. Zum Beispiel gab es soziale Trainingskurse, aber auch Projekte mit Sportfakultäten an Universitäten. Dieser Kurs zu sozialen Kompetenzen ist also nur das jüngste Kapitel einer langen Geschichte.
Diese zweite Ausgabe baute auf den Erfahrungen aus Xai-Xai 2025 auf. Außerdem profitierte sie von einer Partnerschaft, die mit der Zeit gereift ist. Dadurch liefen die Abläufe spürbar reibungsloser. Insgesamt vertieft sich die Zusammenarbeit zwischen FFWU und FDF mit jedem Kurs weiter.
Trainingsarbeit für den Mädchenfußball
Futebol dá Força ist das Mosambik-Programm der Força Foundation. Diese internationale Bewegung bildet Fußballtrainer:innen aus, damit sie sich für die Gleichberechtigung von Mädchen einsetzen. Die Trainer:innen lernen dafür, sichere Räume zu schaffen und Mädchen Selbstvertrauen und Führungskompetenz mitzugeben – auf und neben dem Platz. Gleichzeitig arbeiten sie mit Familien und der Community daran, Normen zu verändern, die Mädchen zurückhalten. Deshalb zeigt sich dieser Fokus auch deutlich in der Praxis: Rund 90 % der Kinder, die diese Trainer:innen betreuen, sind Mädchen.
Im Zentrum der Methode steht Guided Discovery: Die Trainer:innen bekommen nicht einfach gesagt, was sie tun sollen. Stattdessen finden sie es selbst heraus – in Gruppenarbeit, an echten Beispielen und in der Praxis auf dem Platz. So bleibt das Gelernte eher hängen.
“Ich habe gelernt, wie man moralische Werte durch Fußball vermittelt.”
— Kursteilnehmer, Massinga 2026Was die Trainer:innen mitnehmen
Die Trainer:innen berichteten von deutlichen Zuwächsen an Selbstvertrauen und Können. Ein Beispiel: Der Anteil derer, die voll zustimmten, über „die notwendigen Fähigkeiten“ für gutes Coaching zu verfügen, stieg von 58 % vor dem Kurs auf 83 % danach. Ebenso stieg das Vertrauen, Fußball für sozialen Wandel einzusetzen – von 76 % auf 94 % volle Zustimmung.
Die vielleicht deutlichste Veränderung zeigte sich darin, wie die Trainer:innen ihre eigene Rolle beschrieben. Vor dem Kurs nannten die meisten die Entwicklung fußballerischer Fähigkeiten als Hauptziel, oder das Wachstum der Spieler:innen über den Platz hinaus. Danach stieg dagegen „Vertrauen und Teamgeist aufbauen“ deutlich als genannte Priorität an. Diese Verschiebung spiegelt also direkt den Fokus des Kurses auf soziale Kompetenzen wider.
“Die wichtigsten Dinge, die ich gelernt habe: Empathie, Selbstvertrauen und Ehrlichkeit.”
— Kursteilnehmer, Massinga 2026In ihren eigenen Worten
Über die gesamte Woche hinweg beschrieben die Teilnehmer:innen den Kurs auffällig selten in Begriffen der Fußballtechnik. Stattdessen sprachen sie über Charakter: Welche Art von Trainer:in wollen sie sein? Und welches Vorbild möchten sie für die jungen Menschen sein, die sie trainieren?
“Fußball muss Talent und positive Werte fürs Leben entwickeln.”
— Kursteilnehmer, Massinga 2026Die Kursleitung und Vermittlung waren der am besten bewertete Teil des Kurses. 94 % der Teilnehmer:innen bewerteten die Qualität der Vermittlung als hervorragend. Und ausnahmslos alle gaben an, den Kurs anderen Trainer:innen weiterzuempfehlen.
Ausblick
Mit nun zwei durchgeführten Ausgaben zeigt sich: Die Partnerschaft mit FDF liefert konstant gute Ergebnisse. Dazu zählen hohe Zufriedenheit, wachsendes Selbstvertrauen der Trainer:innen und dauerhafte Beziehungen zwischen FFWU und lokalen Partnern in Mosambik. Zudem laufen für die Zukunft bereits Planungen, um darauf aufzubauen. Ein Ziel dabei: den Trainer:innen mehr Übung darin zu geben, den Spieler:innen auf dem Platz selbst mehr Verantwortung und Entscheidungen zu überlassen.
Fotos vom Kurs
Das Sharing-Goals-Programm wird von Football For Worldwide Unity e.V. (FFWU) in Partnerschaft mit lokalen Fußballorganisationen weltweit durchgeführt. Weitere Informationen oder Unterstützung für das Programm gibt es unter www.ffwu.org/support.












