Sharing Goals · Mosambik
Unsere Trainerkurse haben schon immer Theorie im Klassenzimmer mit echter Praxis auf dem Platz verbunden. Im Mai 2026 haben wir jedoch etwas Neues ausprobiert. Eine Woche lang begleitete unser Kursleiter elf Trainer:innen in Albasine, Maputo. Dabei ging es nicht darum, einen neuen Kurs zu leiten. Stattdessen nahm er gemeinsam mit ihnen an einem Strategie-Workshop teil, begleitete sie anschließend auf den Platz und gab jedem Einzelnen individuelles Feedback.
Ein anderes Format: Mentoring statt Unterricht
Eine Mentoring-Woche funktioniert anders als ein Trainerkurs. Zunächst einmal gibt es kein neues Curriculum zu vermitteln. Stattdessen leiteten nach einem gemeinsamen Strategie-Workshop im Klassenzimmer alle Trainer:innen echte Trainingseinheiten mit ihrem eigenen Team – und wurden dabei beobachtet. Wichtig dabei: Beobachtet haben nicht nur unser Kursleiter, sondern auch die jeweils anderen zehn Trainer:innen. Nach jeder Einheit kam die Gruppe zusammen: Kolleg:innen teilten, was sie gesehen hatten, was funktionierte und wo noch Raum zur Verbesserung war, bevor der Kursleiter seine Einschätzung ergänzte.
Insgesamt ist diese Art von strukturiertem Feedback unter Kolleg:innen im Fußball selten. In den meisten Vereinen arbeiten Trainer:innen zum Beispiel allein: Niemand beobachtet ihre Einheiten mit geschultem Blick, und ehrliches Feedback zwischen Kolleg:innen hat entsprechend keinen natürlichen Platz. Die Mentoring-Woche schafft genau diesen Raum.
„Individuelles Feedback und Feedback unter Kolleginnen und Kollegen können sehr wirkungsvoll sein, um Details weiter zu verbessern und herauszufinden, wo noch Luft nach oben ist.“
— Sascha Bauer, FFWU-KursleiterÜber die Associação Desportiva de Albazine (ADA)
Die Woche fand in Albazine statt – einem der ärmsten Viertel Maputos – bei der Associação Desportiva de Albazine (ADA). ADA ist ein 2004 gegründeter lokaler Verein. Ihn unterstützt die BFV-Sozialstiftung – die soziale Stiftung des Bayerischen Fußball-Verbands – bereits seit über 20 Jahren.
In den letzten Spielzeiten ist ADA erheblich gewachsen – nicht zuletzt dank dieser Partnerschaft. Der Verein stellt heute sieben Mannschaften, von der U12 bis zu einer Frauenmannschaft. Insgesamt sind das rund 190 Spieler:innen und zehn Trainer:innen. Insbesondere das Mädchen- und Frauenprogramm hat Meisterinnen der nationalen Liga und Nominierungen für Jugend-Nationalmannschaften hervorgebracht. Das zeigt deutlich, wie weit der Verein gekommen ist.
Eine Übergabe nach 20 Jahren
FFWU hat schon oft mit ADA und seinen Trainer:innen zusammengearbeitet. Deshalb hatte diese Mentoring-Woche eine besondere Bedeutung: Sie markierte nämlich das Schlusskapitel der Unterstützung durch die BFV-Sozialstiftung. Die Stiftung tätigt eine letzte Investition und übergibt das Projekt damit vollständig in lokale Hände. Genau vor diesem Hintergrund passte eine Woche perfekt, die genau darauf ausgerichtet war, die Fähigkeiten der Trainer:innen zu stärken – im gegenseitigen Beobachten, Begleiten und Unterstützen. So ließ sich dieser besondere Moment angemessen würdigen. Letztlich war es auch diese Tiefe im täglichen Trainingsbetrieb, die ADA zum idealen Ort für ein Mentoring-Format machte – ein Format, das auf echten Trainingseinheiten aufbaut, und nicht allein auf dem Klassenzimmer.
Was die Woche gezeigt hat
Elf Trainer:innen nahmen teil – neun Männer und zwei Frauen. Bemerkenswert: Jede und jeder Einzelne leitete eine Einheit vor den eigenen Kolleg:innen. Das braucht Mut – schließlich ist es unangenehm, beobachtet zu werden, und noch unangenehmer, Kolleg:innen einzuladen, die eigenen Schwachstellen zu benennen.
Es hat sich trotzdem gelohnt. Die Feedback-Runden waren bemerkenswert präzise. Trainer:innen bemerkten Details in den Einheiten der anderen, die sonst unbemerkt geblieben wären – von der Art, wie Übungen erklärt wurden, bis hin zu dem Entscheidungsspielraum, den die Spieler:innen bekamen. Insgesamt war die Trainingsqualität hoch, und der Austausch brachte die Gruppe spürbar näher zusammen.
„Alle Trainer:innen zeigten ein hohes Maß an Motivation für die Arbeit mit den Teams und Spieler:innen.“
— Sascha Bauer, FFWU-KursleiterWarum das für Sharing Goals wichtig ist
Unser Sharing-Goals-Programm bildet Trainer:innen darin aus, das Training zu einem Ort zu machen, an dem Kinder nicht nur Fußball lernen, sondern auch fürs Leben. Dabei bauen sie neben dem Spiel auch soziale und emotionale Kompetenzen auf. Kurse wie unser jüngster in Massinga legen natürlich das Fundament. Doch nachhaltige Veränderung entsteht im Trainingsalltag, lange nachdem ein Kurs endet – und, im Fall von ADA, auch lange nachdem sich ein externer Partner zurückgezogen hat. Genau diese Lücke sollen Mentoring-Wochen schließen. Sie treffen die Trainer:innen in ihrem tatsächlichen Arbeitsumfeld und helfen dabei, Kurswissen in Trainingsgewohnheiten zu verwandeln. Diese Gewohnheiten kann die Gruppe dann eigenständig weitertragen.
Insgesamt hat die Woche in Maputo bestätigt, wie viel Potenzial in diesem Format steckt. Eine Feedback-Kultur unter Trainer:innen braucht nämlich keine teure Infrastruktur – sie braucht eine Struktur, etwas Mut und jemanden, der den Anfang macht. Jetzt geht ADA vollständig unter lokaler Leitung weiter. Genau diese Kultur des gegenseitigen Beobachtens, Begleitens und Unterstützens ist die Grundlage, die das Projekt in sein nächstes Kapitel tragen kann.
„Dieser Ansatz hat dazu beigetragen, die Gruppe noch stärker zusammenzubringen.“
— Sascha Bauer, FFWU-KursleiterVideo: Die Mentoring-Woche in Albasine
Impressionen








Das Sharing-Goals-Programm wird von Football For Worldwide Unity e.V. (FFWU) in Partnerschaft mit lokalen Fußballorganisationen weltweit durchgeführt, darunter die BFV-Sozialstiftung und die Associação Desportiva de Albazine (ADA) in Maputo. Weitere Informationen oder Unterstützung für das Programm gibt es unter www.ffwu.org/support.
